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Exkursionen und Sprachreisen
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10.06.08
Kolleg 1: Lehrausgang der Religionsgruppe ins Mutter-Kind-Haus Immanuel am 25. 10. 2006
Lehrausgang der 1K Religionsgruppe ins Mutter-Kind-Haus Immanuel am 25. 10. 2006
Das Haus
Das Haus "Immanuel" (hebräisch "Gott mit uns") ist das einzige Mutter-Kind-Heim der Caritas in Wien. Von außen ist es nicht als soziale Einrichtung zu erkennen; es ist ein ganz gewöhnliches Haus, in dem auch andere Parteien wohnen. Zur Caritas gehören 21 Wohnungen, die zwischen 35 und 45 m² haben. 15 davon werden ständig intensiv betreut; die Dauer des Aufenthalts kann bis zu 2 Jahre sein. Die anderen sechs sind sogenannte Startwohnungen, in welchen die Bewohnerinnen immer noch Unterstützung und Nachbetreuung in Anspruch nehmen können; der Mietvertrag ist auf 3 Jahre befristet. Jede Wohnung hat eine Küche mit Duschkabine und einen großen Raum. Das WC befindet sich am Gang. Es gibt einen Gemeinschaftsraum für Feste und Veranstaltungen, außerdem wohnen hier auch zwei Meerschweinchen. Der Umgang mit ihnen ist für die Kinder sehr wichtig und hat auch einen therapeutischen Effekt. Seit kurzem gibt es auch einen "Toberaum" für die Kinder, mit Tischfußballtisch, Sprossenwänden, Basketballkorb und Turnmatten.
Die Bewohner
Die Bewohner des Hauses kommen aus allen Gesellschaftsschichten und aus allen Ländern der Welt. Es gibt 14 Mütter, 25 Kinder und 5 Betreuerinnen. Die Bewohnerinnen zeigen ihre Kultur bei gemeinsamen Festen, lernen gemeinsam Tänze, basteln und helfen einander. Die Betreuerinnen helfen den Müttern, ihr Leben zu meistern. Einige haben hier erst gelernt, wie man einen Haushalt führt und wie man mit wenig Geld Kindern eine sichere Kindheit ermöglicht. Die jüngste Mutter ist 18 Jahre alt und kommt aus Österreich. Eine andere Mutter, aus Deutschland, konnte nicht lesen und schreiben. Eine Volksschullehrerin hilft ihr ehrenamtlich, dies jetzt zu lernen.
Die Hilfe
Jede Betreuerin ist für ca 3 Wohneinheiten verantwortlich, ist für die Frauen da, redet mit ihnen über ihre Ängste und Sorgen. Für die Mütter ist es nicht immer einfach, Haushaltsführung und den Umgang mit Geld zu lernen.
Die Betreuerinnen klären mit den Frauen die soziale und finanzielle Situation, begleiten sie bei Behördenwegen und helfen ihnen herauszufinden, auf welche Beihilfen sie Anspruch haben. Sie vermitteln auch Therapien für die teilweise traumatisierten Kinder. Alle zusammen feiern Feste und Geburtstage, bei denen es kleine Geschenke gibt.
Der persönliche Eindruck
Meiner Meinung nach wird im Haus Immanuel sehr auf individuelle Förderung und Hilfe geachtet. Auch die Angebote für die Kinderbetreuung (z.B. Spielstunde, Vorlesestunde) nehmen den Müttern Lasten ab. Für mich war es eine sehr informative Exkursion. da ich bisher andere Vorstellungen von einem Mutter-Kind-Heim hatte. Doch statt Sterilität und Unpersönlichkeit herrschte eine fröhliche Stimmung im Betreuungsraum. Trotz der kleinen Wohnungen scheint ein lebenswertes Dasein möglich zu sein. Auch bei unserer Referentin sah man den großen persönlichen Einsatz.
Religionsgruppe der 1K, mit Mag. Neubauer