Sie befinden sich in: Jahresbericht 2007  / Exkursionen und Sprachreisen

[Inhalt]

Exkursionen und Sprachreisen

  • 10.06.08
    Exkursion der 5A, 5B und 5C am 23. April 2007 nach Mauthausen

Exkursion der 5A, 5B und 5C am 23. April 2007 nach Mauthausen

Begleitpersonen: Prof. Mag. Edith Husch und Mag. Erika Käfer

Unsere Exkursion zur Gedenkstätte Mauthausen war schon lange geplant, und am 23. April 2007 war es dann auch so weit. Um 08:15 Uhr begann für die drei Maturaklassen des Moduls die dreistündige Fahrt.

Nach einer kurzen Mittagspause in St. Valentin kamen wir gegen 12 Uhr in Mauthausen an. Wir wurden in zwei Gruppen geteilt und durch das gesamte Areal des ehemaligen Konzentrationslagers geführt.

Zwei uns zugeteilte Zivildiener leiteten diesen Rundgang. Durch ihre genauen Erklärungen der verschieden Abläufe, wie zum Beispiel Einlieferung und Tagesablauf der Häftlinge, konnten wir uns die Zustände, die in diesem Lager herrschten -soweit es die Phantasie zulässt- ausmalen.

Mauthausen wurde vorerst als einziges KZ als Lager der Stufe III klassifiziert und war somit das Lager mit den härtesten Haftbedingungen. Hier befanden sich vorwiegend Bibel-Forscher, Homosexuelle, "Asoziale", "Zigeuner", Juden und politische Häftlinge.

Sie alle wurden bei ihrer Einlieferung geduscht, desinfiziert und kahl geschoren. Sie bekamen einen blau-weiß gestreiften Häftlingsanzug, auf dem sich eine Nummer und ein Symbol befanden. Das Symbol zeigte die Häftlingskategorie -also aus welchem Grund man eingeliefert wurde- an.

Die Häftlingsbaracken konnten wir leider nur von außen sehen, weil der Sturm Kyrill diese stark demoliert und eine Baracke sogar zum Einsturz gebracht hatte. Danach besuchten wir die Museumsräume. Hier waren viele Bilder ausgestellt, die an keinem von uns spurlos vorüber gingen.

Nachdem wir durch das Krematorium geführt worden waren und in der Gaskammer viele Gedenktafeln von Angehörigen der hier Verstorbenen gesehen hatten, war es sehr lange ruhig. Die Fassungslosigkeit über die unvorstellbaren Qualen und pausenlosen Ängste, die hier zwischen 1938 und 1945 das Leben der Häftlinge dominierten, machte sich bei uns bemerkbar.

Zum Abschluss appellierten die jungen Präsenzdiener an uns, dass wir es nie wieder so weit kommen lassen sollten! Denn alles, was hier passiert ist, all die Menschen, die ihr Leben lassen mussten, all dies hätte verhindert werden können.

Es ist wichtig sich mit diesem Thema auseinander zu setzen und aus der Geschichte zu lernen. Leider gibt es heute noch Menschen, die die Gedenkstätte Mauthausen besuchen und Hakenkreuze in die Wände ritzen oder in das Gästebuch schreiben:"Leider gibt es dieses Lager nicht mehr!".

Nach der bedrückenden Führung begab sich der Großteil der Schüler zur Todesstiege, einem Symbol für das tägliche Martyrium, dem die Häftlinge ausgesetzt waren.

Das Wetter war an diesem Tag untypisch schön. Dadurch wurde der Kontrast zu den schrecklichen Eindrücken besonders deutlich.

Susanne Adensamer, 5A