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Exkursionen und Sprachreisen
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06.06.08
Das Parfum: Filmbericht 4B vom 9. Oktober 2006
Das Parfum: Filmbericht 4B vom 9. Oktober 2006
Unsere Klasse äußerte den Wunsch, diesen Film ansehen zu dürfen, da wir ein Jahr zuvor das Buch von Patrick Süskind gelesen hatten.
Daher besuchten wir am 9.10.06 mit 2 weiteren Klassen den Kinofilm "Das Parfum" in der UCI-Kinowelt in der Millenium City. Begleitet wurden wir von Frau Prof. Mag. Husch, Mag. Käfer sowie Herrn Prof. Mag. Dr. Esterle.
Inhalt
Jean-Baptiste Grenouille wird 1738 als unehelicher Sohn einer Fischverkäuferin geboren; er überlebt den versuchten Kindsmord seiner Mutter und das entbehrungsreiche Leben als Kostkind sowie die Zeit als Hilfskraft bei einem Gerber, wo er lebensgefährliche Arbeiten verrichten muss.
Eines Tages folgt Grenouille dem Duft eines jungen schönen Mädchens, das er schließlich tötet, um ihren Duft in allen Feinheiten in sich aufzunehmen. Grenouille erkennt seine Begabung und beschließt, der größte Parfumeur aller Zeiten zu werden.
In der Lehre bei Baldini, einem Pariser Parfumeur, erwirbt er die Fähigkeit, Düfte zu gewinnen und haltbar zu machen. Doch erkennt er eines Tages, dass er nicht alle Düfte einfangen kann, woraufhin er Paris verlässt und nach Grasse geht, um eine weitere Methode der Parfumgewinnung zu erlernen. Auf dem Weg dorthin wird ihm seine eigene Geruchlosigkeit bewusst und daraufhin kreiert er im französischen Parfumzentrum Grasse Menschendüfte, die er an sich anwendet. Um aber seinem Ziel näher zu kommen, das perfekte Parfum zu schaffen, tötet Grenouille ebendort 25 junge, schöne Frauen, um ihren Duft zu konservieren.
Dies gelingt ihm auch, doch wird er als Mörder überführt, und als er zu seiner Hinrichtung gebracht wird, bewahrt ihn das Parfum vor dem Tod, denn am Tag der Hinrichtung erscheint er den Menschen in seiner Duftmaske nicht mehr als das hässliche Scheusal, sondern als liebenswerter Mensch. Er erkennt jedoch, dass die Menschen nicht ihn anhimmeln, sondern nur das Parfum, das er geschaffen hat.
Grenouille kehrt nach Paris zurück, wo er sich von Dieben, Mördern und Huren am Fischmarkt töten lässt: Die Begierde, an seinem überwältigenden Duft teilzuhaben, ist so groß, dass sie ihn verschlingen.
Das Drehbuch schrieb der einflussreiche und renommierte deutsche Produzent Bernd Eichinger (Der Untergang, Resident Evil). Gemeinsam mit einem der prominentesten deutschen Regisseure Tom Tykwer und der Hilfe von Co – Drehbuchautor Andrew Birkin verfilmten sie den erfolgreichsten in deutscher Sprache verfassten Roman.
Die Darsteller
In der Hauptrolle als Jean-Baptiste Grenouille begeisterte der Nachwuchsdarsteller Ben Whishaw durch seine außergewöhnliche, darstellerische Leistung. Er verstand es ausgezeichnet, sich in die zerrüttete Persönlichkeit Grenouilles hineinzuversetzen, dessen ungewöhnliche Gabe Düfte in ihre Einzelteile zu zerlegen sowie die Besessenheit von schönen Mädchen den Zuschauern vor der Leinwand nahe zu bringen. Durch den Film "Das Parfum" könnte dem 26- jährigen Schauspieler der Durchbruch in seiner Schauspielerkarriere gelungen sein. Jedoch weicht hier der Film vom Buch ab. Grenouille, dessen Aussehen im Original als anwidernd beschrieben wird, bietet im Film einen sehr akzeptablen Anblick. Weiters wird er, anders als im Film, viel heimtückischer und von Hass gegen die Menschen zerfressen dargestellt. Das Bild der Zecke oder der Kröte, das im Buch eine zentrale Metapher ist, wird im Film nicht deutlich.
Die Rolle des Parfumeurs Giuseppe Baldini spielt Dustin Hoffmann, der wie schon in anderen Filmen durch seine Schauspielerqualitäten überzeugen konnte. Unter Leitung des Star-Regisseurs Tom Tykwer gelingt es ihm, sich mit der Rolle des Parfumeurs perfekt zu identifizieren.
Weitere Rollen spielten Alan Rickman als Antoine Richies, Rachel-Hurd Wood als Laure Richis und Karoline Herfurth als Mirabellen-Vekäuferin.
Die leicht raue Stimme des Erzählers Otto Sander unterstreicht die Authentizität und Intensität der Handlung.
Das Ergebnis des populären Trios ist eine Literaturverfilmung, die der Originalversion in weiten Zügen treu geblieben ist, aber dennoch bleibt es eine Interpretation des Originals, so wie es bei filmischer Verarbeitung von Bestsellern (meist) der Fall ist. Auf Grund dessen geht auch leider zwangsläufig einiges an zentralen Aspekten und Inhalt verloren.
Zum Beispiel unterscheidet sich die Zahl der Mädchenleichen vom Buch mit 25 zum Film mit 13. Auch wenn dem Film manche Szenen aus dem Buch fehlen, die Detailverliebtheit ist überwältigend. Doch leider führt dies auch zu überlangen Beschreibungen mancher Situationen. Trotzdem wirken die Spielorte und Kulissen authentisch und entsprechen dem Bild, welches das Buch einem vermittelt. Jedoch lässt sich die Welt der Düfte im Kino nur schwer umsetzen. Wettgemacht werden die Geruchsszenen mit Nahaufnahmen der Nasenlöcher, ästhetischen Aufnahmen von Blüten und anderen ausgewählten Duftprodukten.
Besonders gut wird aber auch Paris mit seinen engen und schmutzigen Gassen dargestellt, man kann hierbei förmlich die Gerüche selbst wahrnehmen, die „dargestellt“ werden. Selbst als das Haus auf der Brücke in die Seine stürzt, ist die Aufmachung spektakulär, jedoch nicht unrealistisch.
Es wird einem überhaupt das Gefühl vermittelt, dass sehr genau recherchiert wurde, über die Epoche, wie auch über das Buch. Sehr positiv ist, dass diese Aufmerksamkeit bei den Details und den Kulissen bis zum Schluss anhält, über die Szenen in Grasse, die Verfolgung des letzten Opfers Laura bis hin zu seiner Beinahe-Hinrichtung und schlussendlich bis zu seinem Tod.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass all diese Bemühungen einen Sehgenuss und einen Augenschmaus der besonderen Art bieten und den Film auf jeden Fall sehenswert machen.
Eva Kaiser, Marlies Neumayer, Andrea Bastel